erhaben

erhaben

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er|ha|ben [ɛɐ̯'ha:bn̩] <Adj.>:
1. von Würde und Feierlichkeit bestimmt:
ein erhabener Augenblick; uns überkam ein erhabenes Gefühl.
Syn.: ehrwürdig, feierlich, festlich, hehr (geh.), würdevoll, würdig.
2. von etwas innerlich nicht [mehr] berührt oder irritiert:
über solche kleinliche Kritik muss man erhaben sein; sie ist über jeden Verdacht erhaben.
3. (bes. Fachspr.) aus der Oberfläche reliefartig hervortretend:
die Vase hat ein erhabenes Muster; beim Druck erscheinen nur die erhabenen Stellen der Platte.
Syn.: konvex.

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er|ha|ben 〈Adj.〉
1. 〈a. fig.〉 erhöht über die Umgebung, plastisch hervortretend
2. feierlich, erhebend, großartig (Anblick, Augenblick, Gedanke, Schauspiel, Stil)
● \erhabene Arbeit Relief, Kamee; der \erhabene Herrscher, Kaiser; ein \erhabenes Muster; darüber bin ich \erhaben (z. B. über Klatsch) das berührt mich nicht, dem bin ich, fühle ich mich überlegen; darüber muss man \erhaben sein das darf einen nicht stören, kränken, darüber muss man hinwegsehen können; seine Arbeit, Leistung ist über jedes Lob \erhaben ist so vorzüglich, dass man sie nicht zu loben braucht; er ist über jeden Tadel, jeden Verdacht \erhaben; seine anständige Gesinnung ist über jeden Zweifel \erhaben [urspr. Part. zu mhd. erheben „in die Höhe heben“]

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er|ha|ben <Adj.> [mhd. erhaben; altes 2. Part. von: erheben = in die Höhe heben]:
1. (bes. Fachspr.) aus einer Fläche hervortretend, herausragend:
nur die -en Stellen der Platte erscheinen beim Druck.
2. durch seine Großartigkeit feierlich stimmend, weihevoll:
ein -es Gefühl;
ein -er Anblick;
R vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt (nach einem Ausspruch Napoleons auf seiner Flucht aus Russland).
3. überlegen; von etw. nicht mehr berührt:
er fühlt sich über alles e.;
über jeden Verdacht e. sein (keinen Verdacht zulassen);
seine Arbeit ist über jeden Zweifel e. (lässt keinen Zweifel zu).

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er|ha|ben <Adj.> [mhd. erhaben; altes 2. Part. von: erheben = in die Höhe heben]: 1. (bes. Fachspr.) aus einer Fläche hervortretend, herausragend: nur die -en Stellen der Platte erscheinen beim Druck; bei Tapeten mit -em Muster, das man fühlen kann, wenn man die Tapete anfasst (Kurier 12. 5. 84, 10). 2. durch seine Großartigkeit feierlich stimmend, weihevoll: ein -es Gefühl; -e Gedanken; ein -er Anblick; eine -e Bürgerpflicht (Kühn, Zeit 51); <subst.:> das Profane immer nahe am Erhabenen (Fries, Weg 144); R vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt (nach einem Ausspruch Napoleons auf seiner Flucht aus Russland). 3. überlegen; von etw. nicht mehr berührt: über jeden Verdacht e. sein; über solche kleinliche Kritik muss man e. sein; seine Arbeit ist über alles Lob, über jeden Zweifel e.; (abwertend:) er fühlt sich über alles e.; Sie ... schritt e. davon (Bastian, Brut 12).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Erhaben — ist das, wonach wir hinauf blicken müssen; etwas, das über den gewöhnlichen Standpunkt der Erscheinungen erhoben ist. Das Erhabene ist das Schöne, das uns nicht nur rührt, sondern auch erhebt. Die Rose ist schön; bei ihrem Anblicke fühlen wir uns …   Damen Conversations Lexikon

  • erhaben — erhaben: Mhd. erhaben, das alte 2. Part. von »erheben« »in die Höhe heben«, hat sich in adjektivischem Gebrauch erhalten (sonst nhd. erhoben). Es bedeutete zunächst »emporragend« (z. B. von Bergen; heute noch im Fachwort »erhabene Arbeit« für… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Erhaben — Erhaben, als ästhetischer Begriff, bezeichnet das Große u. Gewaltige, welches im Menschen das Gefühl seiner physischen Schwäche u. Nichtigkeit, zugleich aber das Bewußtsein seiner Freiheit, der Kraft seines Geistes, jeden physischen Zwang von… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Erhaben — ist ein objektiver ästhetischer Begriff, d. h. ein solcher, durch den eine Eigenschaft des ästhetischen Objekts und nicht des auffassenden Subjekts bezeichnet wird. Während z. B. Pathos und Humor ästhetische Stimmungen sind, die der Auffassende… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Erhaben — Erhaben, ist im ästhetischen Sinn dasjenige, mit welchem verglichen alles Andere klein ist, deßwegen macht es den Eindruck überwältigender Größe. Die Natur zeigt Erhabenheit z.B. im Sternenhimmel; in der geistigen Sphäre erscheint es als… …   Herders Conversations-Lexikon

  • erhaben — 1. ↑grandios, ↑majestätisch, ↑olympisch, ↑souverän, 2. ↑konvex, 3. patetico …   Das große Fremdwörterbuch

  • erhaben — AdjPP std. (17. Jh.) Stammwort. Das alte Partizip zu erheben, während die heutige Partizipialform erhoben nach dem Präteritum ausgeglichen ist. Differenzierung seit dem 17. Jh. ✎ HWPh 2 (1972), 624 635; Begemann, Ch. DVLG 58 (1984), 74 110.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • erhaben — Adj. (Mittelstufe) ehrfürchtig, feierlich stimmend, weihevoll Synonyme: erhebend, feierlich, hehr (geh.) Beispiel: Das war für alle ein erhabener Moment …   Extremes Deutsch

  • erhaben — er·ha̲·ben Adj; 1 geschr; so (großartig), dass es jemanden mit Ehrfurcht und einem feierlichen Gefühl erfüllt: eine erhabene Musik; der erhabene Anblick der Berge 2 geschr; sehr edel und würdevoll ≈ erhebend ↔ nieder <meist Gedanken,… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

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